Gemeinsam mit Kindern, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen untersuchen wir das Verhältnis von Geld und Kunst: Schulklassen der Stufen 3 bis 6 übernehmen Verantwortung für ein reales Produktionsbudget und bekommen die Aufgabe, damit auf der Bühne des Forschungstheaters eine Aufführung für ihre Schulöffentlichkeit zu gestalten. Die künstlerischen und finanziellen bzw. ökonomischen Prozesse werden eng geführt. Die Kinder übernehmen Verantwortung, lernen wie Geld und Produktion, Einnahmen und Ausgaben, Honorare und Tantiemen funktionieren. Dadurch machen sie uns und auch sich selbst möglich, all diese Transaktionen in neuem Licht zu sehen.

Das Geld des Theaters und das Theater des Geldes erhellen sich wechselseitig. Neue Konzepte zur ökonomisch-kulturellen Bildung, die im Herbst 2017 im Rahmen eines Kolloquiums diskutiert werden, können entstehen.

Zum Auftakt werden Schulklassen unserer Partnerschule zu uns ins Theater eingeladen. In der eigens inszenierten Einführungsshow werden sie mit der Fragestellung des Projektes vertraut gemacht und an die Frage, wie sich Geld in eine Theateraufführung verwandelt, herangeführt. In der Auftaktshow lernen die Schüler*innen auch die, an den Verwandlungs- und Entscheidungsprozessen beteiligten Darsteller*innen kennen. Es treten auf:

Das Rechnungswesen
betrachtet den Fluss des Geldes zunächst ganz konkret: 3000 Euro kostet eine Vorstellung im Fundus Theater im Schnitt. Wofür werden die z.B. ausgegeben?
Verschwindet das Geld wenn wir etwas kaufen? Was verwandelt sich wie in einer Transaktion?
Wie muss der Kauf belegt werden?

Die Forscherin
interessieren an der Verwandlung des Geldes andere Fragen:
Wie teuer ist eine Eintrittskarte bei 50 Schülern im Raum?
Ist das viel oder wenig Geld?
Wenn eine Vorstellung 60 Minuten dauert, was kostet dann eine Minute Theater?
Wenn wir eine Minute im Theater nichts tun, haben wir dann Geld gespart oder verbrannt?
Kann man über einen Trick im Theater Zeit gewinnen, vielleicht sogar das Verhältnis von Zeit und Geld verändern?

Die Programmdirektorin
beleuchtet die Frage der Herkunft des Geldes, mit dem Theater erst möglich wird. Subventionen, Förderungen – was ist das? Welche Verpflichtungen gehen mit der Herkunft des Geldes für uns einher? Würde das Publikum anders über das Geld entscheiden, wenn es selbst in der Verantwortung wäre?
Testen wir das doch mal: Die Programmdirektion des FUNDUS THEATERs zieht sich zurück und übergibt die Programmverantwortung an das Publikum, das nun entscheiden muss welchen Weg das Geld nehmen soll, um eine Show für ein neues Publikum zu machen.
Sind die eigenen Wünsche ein guter Ausgangspunkt um eine Programmentscheidung zu fällen?

Die Theaterpädagogin berichtet, wie das Forschungstheaterteam in der Vergangenheit mit Budgets umgegangen ist und stellt fest, dass es manchmal sehr überraschend war. Theater, so scheint es, ermöglicht überraschende und überraschend viele Arten, Geld auszugeben.